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mit Andy Tours ins Langa Township

Früh aufgewacht stand die Entscheidung ziemlich fest, den Township-Visit mit Andy zu machen. Aber nicht für die ursprünglichen R250, bzw. R220 pro Person, da wir das District Six Museum schon besichtigt hatten. Am Telefon haben wir uns dann auf R180 pro Person geeinigt (Studenten, Ende vom Trip, Geld alle, wollen die Erfahrung machen ...).

Die Tour begann um 10 Uhr mit einer Durchfahrt durchs District Six. Tatsächlich ist da fast alles noch platt und Gras überwuchert.

Als erstes Township fuhren wir ins "Langa", ein schwarzes Township. Die meisten Bewohner vom District Six wurden in dieses Township umgesiedelt. Dort angekommen besuchten wir eine willkürlich ausgesuchte Familie, wobei uns Andy die Gastfreundschaft der Schwarzen demonstrieren wollte. "Jeden Gast, den du nicht willkommen heist, könnte ein Engel sein, und weiss man ob mal wieder ein Engel vorbei schaut?". Nach einigem Erzählen verabschiedete er sich noch auf Xhosa von uns. Xhosa gehört als eine der Banthu-Sprachen zu den ältesten Sprachen der Welt, und enthält unter anderem vier verschiedene Klick-Laute. Dazu muss bemerkt werden, dass Andy vorher von den Leuten die "Erlaubnis" eingeholt hat - sprich dem vermutlich etwas gezahlt hat - aber warum auch nicht...

Nach diesem Familienbesuch führte der nächste Weg in ein Kunsthandwerk-Zentrum. Am Eingangsschild prangte unter anderem das Microsoft-Logo, und an der Fotowand war auch Steffi Graf's Familie vertreten ;-) Interessant war was die Deutsche im Internet-Café so erzählt hat. Als Weiße ist es schon nicht ungefährlich, eine Weile in einem Township zu leben. In einer Gruppe, oder in Begleitung ist es kein Problem. Bloss Nachts alleine über die Strassen sollte man nicht laufen - aber als junges Mädchen ist das auch in Berliner Ghettos nicht ungefährlich...

Anschließend ging es zum Mittagessen in den örtlichen (offiziellen) Pub. Da wurde das Fleisch aus der integrierten Fleischerei gleich aufs Braai gelegt und zubereitet. Gegessen wurde mit den Fingern, aber ein Savanna konnten wir uns dazu schmecken lassen :-) Die Kontakte zu der dortigen schwarzen Jugend war recht interessant, wobei wir sehr freundlich aufgenommen worden.
 

inoffizieller Pub - Bier im 5l Eimer

Gestärkt ging es weiter zum wohl heftigsten Erlebnis dieser Tour: in einen inoffiziellen Pub in einem Slum. Dort "durften" wir mal richtiges Xhosa-Bier probieren. Der 5 Liter Eimer kostete im übrigen R10. Nun ja, frisches Bier trinkt man auch nicht alle Tage. Geschmeckt hat es ungefähr wie der letzte Millimeter eines Hefeweizen-Biers - sprich krümelig. Den zweiten Schluck fürs Foto hab ich dann nur noch vorgetäuscht, da ich keinen Bröckelhusten risieren wollte. Diese Pubs werden übrigens "Shebeen" genannt, und das kam so:

Normalerweise sind nur Männer und unverheiratete Frauen in einen solchen Pub erlaubt. Aber ab und an trank auch mal eine verheiratete Frau ein oder zwei Eimer Bier mit. Meist ist Eigentümerin und Braumeister eines solchen Pubs eine richtig dicke Mamma Afrika. Und wenn der Ehemann an die Türe vom Pub klopft, und wissen will ob seine Frau drin ist, stellt sich diese mächtige Frau in den Türrahmen uns sagt: "She been here!", also "Sie war hier!". Er konnte nicht in den Pub hineinsehen (auch weil keine Lampe drin brennt) und wollte sich meist auch nicht mit ihr anlegen. Daher der Name "Shebeen" ;-)
 

Township für "Farbige"

Auf den Fahrten zwischen den einzelnen Orten war viel Zeit für Fragen an Andy. Unter anderem wollte ich von ihm ein Statement zu der Township-Haus-Garten-Problematik haben. Es wird den Schwarzen nämlich nachgesagt, dass sie keine kleinen Gärtchen vor den eigenen Haus mögen. Das stimmt nicht, sie fühlen sich nur nicht wie Zuhause, da sie meist das Haus zugewiesen bekommen haben. Wer sich nur wie auf der Durchreise befindet, hat keine Motivation einen Garten zu pflegen. Und wer kann ihnen versichern, dass ihr Haus nicht morgen oder übermorgen wieder abgerissen wird?

Auf der Fahrt zum anderen Township unserer Tour, diesmal eins für farbige Leute (das andere war für richtig Schwarze), durchquerten wir einige wilde Ecken. Das Filmen und/oder Fotografieren aus dem Auto heraus wurde dort schon oft mit Steinwürfen bestraft. Beim Besuch dieser Coloured-Familie fielen schon einige kleine Unterschiede auf. Nur sind die für mein ungeschultes Auge fast zu klein. Die Gegend sah ein wenig wohnlicher aus, und die Leute hatten ein wenig mehr in ihren Wohnungen herumstehen.
 

Victoria & Albert Waterfront und Dolphins Beach

Nach dieser eindrucksvollen Tour - bzw. "Visit" wie Andy immer wieder betonte - statteten wir der V&A Waterfront einen zweiten und letzten Besuch ab. Neben ein bisschen Kaffeetrinken nahmen wir uns diesmal Zeit, auch die V&A Wharf Einkaufsmeile anzuschauen. Als Souvenir an Kapstadt haben Marc und ich sich jeweils ein T-Shirt von der Seenotrettung gekauft. Und dass, obwohl ich nicht übers "Seepferdchen" hinausgekommen bin ;-)

Man soll ja in Kapstadt zumindest einmal am Strand gewesen sein, was sich recht schwierig herausstellt, da dort auch ein Seehafen herumlümmelt. Also fuhren wir mal locker eine Stunde durch Kapstadts Vororte, um den Strand um Dolphins Beach zu erreichen. Dort war es schon ganz schön windig, und das Wasser war so kalt, dass ich dieses Mal meine Schuhe einfach angelassen hatte. Am interessantesten waren dort die Kite-Surfer, die teilweise schon ziemlich waghalsige Manöver gefahren sind.
 

legendäre Mamma Africas Mixed Grill Platte

 Zum Abendbrot fanden wir uns nun endlich in "Mamma Africas" ein. Dort bestellten wir wie schon angekündigt jeder die "Mamma Africas Mixed Grill Plate" für jeweil R165 (rd. 20 EUR). Das besondere bei dieser Grillplatte sind die vier verschiedenen Sorten Fleisch: Krokodil, Kudu, Strauss und Springbock. Es war lecker, aber sowas für das viele Geld macht man nur einmal. Das stellte schon ein Must-Do für das volle Südafrika-Erlebnis dar - genau wie das 1000g Filet-Steak im Butchers Brothers ;-)

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