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nach Namibia

Verspätete sind wir um 7 Uhr aufgewacht und mehr oder weniger aufgestanden. Nach einem Kaffee ging es mit Volldampf in Richtung unseren heutigen Tageszieles, das Ai-Ais (Heiß-Heiß!) Reservat mit dem Fishriver Canyon.

Vor der Schotterpiste hat Südafrika noch einmal gezeigt, was eine Strasse ist. Von Kakamas nach Pofadder ist eine 120km Teststrecke die bis max. 250km/h zugelassen ist. Leider fuhr der Corolla nur 190km/h, was aber für eine "Landstrasse" auch recht fix ist. An einem Punkt entlang dieser Strasse war auch ein mittelgroßer Köcherbaumwald - was recht selten ist. Leider war uns das nicht so bewusst, daher keine Fotos. Dank eines Tipps nahmen wir die Südstrecke, und nicht die Nordroute. Da wären zwar die besseren Strassen und mehr Tankstellen gewesen, aber wir hätten nicht die wunderschöne Landschaft zwischen Pofadder und Namibischer Grenze bewundern können.
 

On the Road - Probleme mit Tanken

Zu den Schotterstrassen lässt sich folgendes sagen: ab 80 hört der Stoßdämpfer auf die aufgewellte Strasse auszugleichen und fliegt drüber. Ab 100 km/h muss man sich ziemlich konzentrieren, um vor Flussbetten und Hügeln rechtzeitig vom Gas zu gehen bzw. scharf zu bremsen. Und ab 120km ist das Auto praktisch unkontrollierbar und bricht seicht hinten aus, wenn man auf den losen Dreck zwischen den Spurrinnen kommt. Und die Schilder, die Kurven anzeigen, sollte man ernst nehmen; dann hätte der Dreher verhindert werden können. Aber dank diverser Schutzengel und viel Glück sind wir gut auf der Strasse geblieben, und das Auto ist noch heil. Es ist im Übrigen immer wieder erstaunlich wie schnell man auch auf 140 km/h ist, einfach weil die Anhaltspunkte als Geschwindigkeitsindikatoren in der Landschaft fehlen.

Das nächste Problem war, ist und wird sein: das Tanken. Am Wochenende gibt es einfach keinen Sprit, oder unwilliges Personal. Aber die Erfahrung zeigt, dass man auch mit halbvollem Tank auf Volltanken bestehen sollte, und wenn man selbst Hand an die Handpumpe anlegen muss. Benzin haben wir dann letztendlich in Karasburg bekommen, inklusive einen äußerst leckeren Steakburger, und einer Scheibenreinigung von 4 Kindern für N$11 (Namibia-Dollar, Kurs zum Rand 1:1), kleine Gauner ... "Ey 5 N$ sind zu wenig!", "Sir, die wollen nicht mit mir teilen."

Von den gesamten 450km des Tages waren 300km nur Schotterpiste!
 

Braai in Ai-Ais

Das optische Highlight dieses Tages war die Zufahrt zur Lodge in Ai-Ais, welche durch eine genauso trostlose wie imposante Mondlandschaft führte. Doch glücklicherweise war noch genau ein 4-Leute-Bungalow frei, welche mit R480 (60 EUR, 15 EUR pro Person) für den gegebenen Luxus (Braai-Platz!) preislich in Ordnung war. Uns ist auch gleich ein Outdoor-Pool aufgefallen, welcher sich bei näherer Betrachtung als 29°C warmes Bad herausstellte. Der Wohlfühlfaktor ist in einem solchen Pool, mitten zwischen 300m hohen Bergen, nach einem solchen erlebnisreichen Tag, kaum in Worte zu fassen. Gespeist wird der Pool von einer Nahe gelegenen 65°C heißen Quelle. Auch die beiden Indoor-Pools, welche noch ein wenig heißer und angenehmer waren, haben weiter zur Entspannung beigetragen.

Das abendliche Braai haben wir mit Hühnchenteilen zelebriert, welche stilecht über einem sehr heißen Holz-zu-Holzkohle-Feuer von Thomas mit Hilfe von Butter und Gewürzen lecker gebraten wurden. Eine vermeintlich tote 10cm große Spinne im Ausguss stellte sich als ziemlich lebendig heraus, was mich zu einem Satz rückwärts motiviert hat. Selbst Doom, unser Nervengas basierender Insektenvernichter, hielt sie ganze 2 Minuten stand. Ich hoffe mal nicht, es war die letzte ihrer Art - das täte mir dann leid. Auf diesen Schreck, haben wir uns dann die Flasche Amarula ganz besonders schmecken lassen. Amarula ist ein südafrikanischer Likör, der ein bisschen wie Baileys schmeckt und so aussieht.
 

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