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Hotels auf Lanzarote - jedes 3. Luxushotel illegal gebaut - Abriss droht

19.03.2008 (Madrid, Lanzarote):
das Grand Hotel Lopesan Costa Meloneras auf den KanarenEin Drittel der Luxushotels auf der spanischen Ferieninsel Lanzarote ist nach einem Zeitungsbericht der Madrider Zeitung "El País" illegal errichtet worden. Der Oberste Gerichtshof der Kanarischen Inseln erklärte bereits insgesamt 22 Hotellizenzen auf Lanzarote für ungültig. Dazu gehörten die Genehmigungen für acht der insgesamt 25 Vier-Sterne-Hotels auf der Kanaren-Insel denen jetzt der Abriss droht, dies sind: Gran Meliá Volcán, Iberostar Papagayo, Gran Castillo, Hipotel Natura Palace, H10 Rubicón Palace, Sandos Papagayo Arena, Club Royal Son Bou und die Bungalowanlage Coloradamar, dazu kommt mit dem Hotel Princesa Yaiza auch noch ein 5-Sterne Haus.

Beim Bau der Anlagen sei gegen einen auf Lanzarote geltenden Baustopp verstoßen worden. Die Verwaltungsbehörden hatten 2000 entschieden, zum Schutz der Umwelt die touristische Entwicklung auf Lanzarote einzuschränken und Qualitätstourismus zu fördern. Gegen zahlreiche weitere Hotels seien Gerichtsverfahren anhängig, schrieb die Zeitung. Davon seien insgesamt 23 Prozent der Unterkünfte auf Lanzarote betroffen. Die Genehmigungen wurden laut "El Pais" vor allem von den zwei Kommunen Yaiza und Teguise auf der Vulkaninsel erteilt, die damit gegen das Moratorium verstießen. Die Justiz ermittele, ob sich Verantwortliche der Gemeinden bei der Vergabe von Baugenehmigungen hätten bestechen lassen.

Das Investitionsvolumen der 22 illegal genehmigten Gebäude beläuft sich dem Bericht zufolge auf 270 Millionen Euro, insgesamt handelte es sich um mehrere tausend Betten. Wenigstens 36 Millionen Euro sollen zudem aus Brüssel geflossen sein. Sollte die Inselverwaltung die Vollstreckung des Gerichtsurteils fordern, müssten die Anlagen zerstört werden. Die Justiz werde vermutlich weitere Projekte für illegal erklären - das sind bis zu 23 Prozent der Hotelkapazitäten der Insel, berichtete "El Pais". Ähnliche Probleme habe es bereits in Marbella gegeben.

Einigen der für illegal erklärten Hotelanlagen drohe nun der Abriss, berichtete das Blatt: „Wir werden nun abreißen, was abgebrochen werden muss“, droht die Kanaren-Regierung. „Es wird keine Amnestie geben.“ Es gelten aber auch andere Lösungen als wahrscheinlich - zumindest in minderschweren Fällen. Hotel-Betreiber könnten den Staat entschädigen - indem sie ihm üppige Privatgrundstücke überlassen, die dann als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen werden. Verantwortliche von Sol-Melia und Iberostar weisen laut spanischen Zeitungen jede Verantwortung von sich. Laut entsprechenden Berichten soll es zumindest für die 4-Sterne Bungalowanlage Coloradamar wohl keine Hoffnung auf Bestehen geben.

Quelle: [El Pais,dpa,afp,terra,Hotelkritiken.de]


 
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