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| Lufthansa gibt überraschend große Kapitalerhöhung bekannt |
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25.05.2004 (Frankfurt): Eine überraschend angekündigte Kapitalerhöhung der Deutschen Lufthansa hat an der Börse für Rätselraten gesorgt. Die Lufthansa erklärte gestern, sie wolle mit den daraus erzielten rund 750 Mio Euro den Kauf der 15 bestellten Maschinen des neuen Super-Airbus A380 finanzieren. Investoren befürchteten jedoch laut Analysten, die Gesellschaft könne das Geld für Übernahmen kränkelnder Fluggesellschaften wie der Schweizer Swiss einsetzen. Die Aktie der Kranich-Linie gab zeitweise um fast 7% nach.
Der Vorstand der Deutschen Lufthansa AG hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital mit Bezugsrechten der Aktionäre beschlossen. Die 76.320.000 neuen Aktien werden von den Mitgliedern eines Bankenkonsortiums unter Führung von Dresdner Kleinwort Wasserstein und Morgan Stanley zu einem Bezugspreis von mindestens 9,85 ? pro Aktie zu marktüblichen Bedingungen übernommen. Der endgültige Bezugspreis wird voraussichtlich am 1. Juni 2004 bekannt gegeben. Das Konsortium hat sich verpflichtet, die neuen Aktien den Aktionären der Deutschen Lufthansa AG zum Bezug anzubieten. Die Aktionäre können voraussichtlich in der Zeit vom 3. bis 16. Juni 2004 ihr Bezugsrecht ausüben und eine neue Aktie für je fünf alte Aktien beziehen. Der Börsenhandel der Bezugsrechte beginnt voraussichtlich am 3. Juni 2004 und endet am 14. Juni 2004. Die Hauptversammlung hatte den Vorstand schon im Juni 2002 per Vorratsbeschluss zu einer Kapitalerhöhung ermächtigt. Zu dem jetzigen Zeitpunkt hatten Experten jedoch nicht mit einem solchen Schritt gerechnet.
'Mit dieser Kapitalmaßnahme investieren wir in die Zukunft unseres Netzwerk-Carrier-Modells', erläuterte der Lufthansa Vorstandsvorsitzende Wolfgang Mayrhuber diesen strategischen Schritt. 'Bereits heute sind wir im Interkontinentalverkehr sehr gut positioniert. Dieses attraktive Marktsegment erfährt in den nächsten Jahren durch Flottenexpansion und Einführung des Airbus A380 einen neuen Wachstumsschub. Unsere Industrie steht vor einer Transformation. Lufthansa gestaltet und prägt diese aktiv und setzt damit Maßstäbe für den gesamten europäischen Luftverkehr.'
Lufthansa geht davon aus, dass der neue Airbus A380 aufgrund seiner hohen Sitzplatzkapazität und um rund 20 Prozent niedrigerer Stückkosten auf Langstrecken zu deutlichen Kostenvorteilen führt, von denen Lufthansa als globaler Netzwerk-Carrier profitieren wird. Lufthansa, ihre europäischen Partner und die Star Alliance als weltweit führende Allianz werden eine Kundennachfrage generieren, die attraktive Wachstumsperspektiven eröffnet. Der Riesen-Airbus hat in der Basisversion 555 Sitzplätze und eine Reichweite von 14 800 Kilometern. 2007 sollen die ersten A380 eingesetzt werden. Der Listenpreis für das Flugzeug liegt bei 281 Mio Dollar (rund 234 Mio E). Der tatsächliche Abgabepreis dürfte aufgrund von Rabatten allerdings niedriger liegen.
Darüber hinaus verfügt Lufthansa mit Frankfurt und München über zwei zentrale und wachstumsorientierte Verkehrsdrehscheiben in Europa, über die hohe Passagieraufkommen im Zubringerverkehr flexibel und profitabel gesteuert werden. Neben der Erweiterung ihrer Flotte um das neue Großraumflugzeug plant das Unternehmen Investitionen zur Vorbereitung des Flugbetriebs und in unterstützende Infrastruktur.
Mit Ausgabe der neuen Aktien wird sich die Gesamtzahl der ausgegebenen und im Umlauf befindlichen Stückaktien des Unternehmens von derzeit 381.600.000 auf 457.920.000 erhöhen. Der Deutschen Lufthansa AG werden im Wege der Kapitalerhöhung voraussichtlich mindestens 750 Millionen ? zufließen. Die Deutsche Lufthansa AG wird voraussichtlich am 2. Juni 2004 einen Verkaufsprospekt für die neuen Aktien aus der Kapitalerhöhung veröffentlichen. Der Verkaufsprospekt wird bei den Konsortialbanken sowie bei allen deutschen Wertpapierbörsen erhältlich sein.
Die neuen Aktien werden voraussichtlich ab dem 17. Juni 2004 in die bestehende Preisfeststellung für die Aktien der Deutschen Lufthansa an allen deutschen Wertpapierbörsen einbezogen und sind für das Geschäftsjahr 2004 voll dividendenberechtigt.
Vertreter großer Fondsgesellschaften beurteilten vor allem den Zeitpunkt der Bekanntgabe negativ. Den Aktionären habe Lufthansa 'keinen Gefallen getan'. Der Zeitpunkt hätte wegen der durch die hohen Ölpreise ohnehin schwierigen Lage der Branche besser gewählt sein können, sagte ein Fondsmanager der DWS. Er bezweifle, dass der A380 der einzige Grund für die Kapitalspritze sei. Auch ein Activest-Analyst reagierte skeptisch. 'Ich hätte gedacht, dass die Lufthansa einen höheren Aktienkurs abwartet.'
[Deutsche Lufthansa, nrz, Hotelkritiken]
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