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| Deutsche Bahn streicht Garantie auf Billig-Plätze für Frühbucher |
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23.01.2004 (Essen): Nach einem Bericht der Neuen Ruhr Zeitung hat die Bahn still und heimlich die Sparmöglichkeiten für Reisende eingeschränkt. Laut den vorliegenden Informationen wurde auf gut frequentierten Strecken (wie z.B. Ruhrgebiet-Berlin o. Frankfur-München) das Sitzplatzkontingent für Frühbucher reduziert oder sogar ganz gestrichen. Die Folge davon ist, dass Kunden, die früh buchen und Geld sparen wollten nun grundsätzlich den teuren Normaltarif zahlen müssen. Bei der Vorstellung des Preissysstems warb die Deutsche Bahn noch damit, dass in jedem Zug mindestens zehn Prozent der Sitzplätze für Frühbucher (30% bis 50% Rabatt auf den Normalpreis) freigehalten werden. Doch die billigen Plätze sind wohl auf einigen Linien gestrichen worden. Ein Bahnsprecher bestätigte der Neuen Ruhr Zeitung, dass es keine Garantie mehr gibt auf allen Strecken zehn Prozent der Plätze für Frühbucher zu reservieren.
Mehrfach versuchte z.B. ein Kunde, für den ICE von Essen nach Berlin eine Karte mit Frühbucherrabatt zu ergattern. Vergebens. Der Zeitpunkt der Reise war ihm schließlich egal: diesen Monat, nächsten Monat, nachts, am frühen Morgen, irgendein Zug. Stets wurde ihm der teure Normal-Preis offeriert - für Hin- und Rückfahrt 145,20 Euro. Der Bahnmitarbeiter am Schalter sagte auch noch ungeniert, er habe auf dieser Strecke eigentlich noch nie eine Frühbucherkarte verkauft.
Schließlich hegte der Kunde einen Verdacht: Hält die Bahn auf bestimmten Strecken überhaupt keine billigen Plätze für Frühbucher bereit? Auch der Fahrgastverband 'Pro Bahn' hat Beobachtungen gemacht, die den Schluss nahe legen, dass der Bahn-Zentralcomputer auf gut frequentierten Strecken zumindest sehr wenige billige Plätze bereithält. Das gelte für die Verbindung Ruhrgebiet-Berlin sowie die Strecke Frankfurt-München, sagte ein Pro Bahn-Sprecher.
Das wäre ein eklatanter Verstoß gegen das Versprechen, das die Bahn mit dem neuen Preissystem gemacht hatte: 'Auch auf stark ausgelasteten Verbindungen', hieß es noch im Oktober 2002, 'beträgt das Kontingent immer mindestens 10%.' Heute sagt Bahnsprecher Manfred Pietschmann: 'Die Aussage, dass Frühbuchertickets auf bestimmten Strecken prinzipiell nicht verfügbar sind, ist falsch.' Allerdings: Es gebe keine Garantie mehr für 10%-Frühbucherplätze in allen Zügen. Punkt...
Keine Fragen bleiben offen bei den neuen Preisen im Fernverkehr ab 1. April. Nach dem Preisaufschlag für Regionalzüge im Dezember (4%) muss nun auch draufzahlen, wer ohne Vorbuchung ein Ticket für IC und ICE kauft - im Schnitt 3,4% mehr. Dabei gibt es nicht nur Verlierer, sondern auch Sieger. Die Details sind, wie immer, kompliziert. Die Faustregeln: - Kurze Reise, kleiner Preis. Die Normalpreise bis 100 Kilometer Entfernung bleiben stabil; bei Entfernungen zwischen 100 und 200 Kilometern sinken sie im Schnitt sogar um 1,6%.
- Lange Reise, hohe Preise. Bei Reisen zwischen 200 und 700 Kilometern Entfernung sattelt die Bahn kräftig drauf, im Extremfall um mehr als 8%. Beispiel: Bei Distanzen über 400 Kilometern müssen Fahrgäste mit 5,8% höheren Preisen rechnen. 'Wir haben in den kurzen und den sehr langen Entfernungsbereichen mit dem Auto beziehungsweise den Billig-Airlines starke Wettbewerber', erklärt Personenverkehrs-Vorstand Karl-Friedrich Rausch. Zudem würden die Preise in jenem Kilometer-Korridor angehoben, in dem 9 von 10 Kunden ohnehin Bahn-Card-Ermäßigungen nutzen.
- Ganz lange Reise, Einheitspreise. Die Bahn führt einen bundesweiten Maximalpreis bei Reisen über 700 Kilometern ein. Die einfache Fahrt in der 2. Klasse kostet somit höchstens 111 Euro (1. Klasse: 167 Euro) pro Person. Wer eine Bahn-Card besitzt, kann damit den Preis noch halbieren (2. Klasse: 55,50 Euro; 1. Klasse: 83,50 Euro).
Und: Monats- und Jahreskarten werden um 1,9% teurer. Wer zur Fahrkarte am Automaten oder im Internet eine Platzreservierung nimmt, muss ab 1. April hingegen nichts mehr dafür zahlen (zurzeit 2,60 Euro). Allerdings gibt es einen Wermutstropfen: Nutzt der Reisende einen anderen Vertriebsweg (Reisebüro, Fahrkartenschalter), muss er 3 Euro bezahlen.
Knatsch gibt es unterdessen um die Anbindung des Köln/Bonner Flughafens an die ICE-Strecke Köln-Frankfurt. Nach bisherigen Planungen fährt ab Juni tagsüber von Süden kommend kein einziger ICE den Airport an. Und der erste Regionalzug erreicht den Flughafen morgens erst um 7 Uhr. Die Bahn verweist darauf, es handele sich um einen Übergangsfahrplan; derzeit würden Gespräche über Verbesserungen geführt. Mit dem Winterfahrplan werde es eine endgültige Lösung geben.
[NRZ, Hotelkritiken]
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